Wasserinstallation

Besteht das neue Bad bisher nur auf dem Grundriss, geht es nun an die Realisierung. Dem Installationsplan folgend werden Zu- und Abflüsse von Kalt- und Warmwasser sowie die Entsorgungsleitungen den neuen Gegebenheiten angepasst.

Da, wo es die Wandsubstanz zulässt und wo keine Vorwandinstallationen geplant sind, wird nach dem klassischen Wandschlitzverfahren gearbeitet. Werden industriell vormontierte Elemente für Bidet, WC oder Waschtisch eingesetzt, verschwinden die Leitungen später hinter der Beplankung mit Feuchtraumplatten.


Wasserzuführung

Heute stehen mehrere Systeme für die Wasserzuführung zur Verfügung:


Kupferrohr

Kupferrohr, ist die klassische Variante. Seine wesentlichen Eigenschaften sind:

  • geeignet für Trinkwasser und Heizkreisläufe
  • widerstandsfähig und haltbar
  • beständig gegen Feuer, Hitze, Korrosion und Druck
  • vermindert die Gefahr bakterieller Belastungen
  • relativ leicht zu formen durch Biegung
  • als Stangenware oder aufgerollt erhältlich
  • voll recycelbar
  • übliche Durchmesser in der Hausinstallation sind 12, 15,18 und 22 Millimeter
  • Verbindung erfolgt durch Weichlötung vermittels einer Lötlampe oder eines Lötgerätes und Lötzinn unter Einsatz von Fittings als verbindenden Teilen (Muffen, Bögen, Übergänge, T-Stücke, Wandscheiben)
  • Isolation durch zusätzliche Ummantelung mit PE-Schutzschlauch


Aluminiumverbundrohr

  • dreischalig aus Kunststoffinnenrohr, Aluminiumrohr und PE-Ummantelung (Polyethylen)
  • korrosionsfrei
  • geeignet für Trinkwasser und Heizkreisläufe mit Vorlauftemperaturen je nach Hersteller um die 70 Grad Celsius
  • sehr einfache Schraub- und Steckmontage
  • hygienisch
  • gute Schalleigenisolation
  • Verbindungen bestehen aus korrosionsbeständigem Edelstahl
  • Standarddurchmesser sind 16 und 25 Millimeter
  • vermittels Adaptern ist der Anschluss an Stahl- und Kupferrohr möglich (Verbundrohr ist nicht direkt an einen hydraulischen Durchlauferhitzer anschließbar!)


PB-Kunststoffrohr

  • bestehend aus Polybuten (PB)
  • extrem glatte Oberfläche verhindert Kalk- und andere Ablagerungen
  • in der Regel als Kaltwassersystem, aber je nach Hersteller auch für Warmwasser geeignet
  • gute Schalleigendämmung


Bei der Badsanierung im Bestandsbau kommt häufig Kupfer deshalb zum Einsatz, weil die bereits vorhandenen Installationen auf Kupferbasis beruhen. Es ist aber durchaus auch möglich, die Varianten miteinander zu kombinieren. Wasser zuführende Rohre sind laut Energiesparverordnung im Leerrohr oder mit einer Dämmung zu verlegen (Kaltwasser 4 bis 13 Millimeter, Warmwasser 9 bis 20 Millimeter Ummantelung).


Wasserabführung

Das häusliche Abwassersystem besteht aus Kunststoffrohren auf der Basis schwer entflammbaren Polypropylens (PP).


HT-Rohr

Dieses Hochtemperaturrohr (dunkelgrau) wird im Innenbereich bei zu erwartenden Abwassertemperaturen bis circa 90 Grad eingesetzt


  • weitestgehend resistent gegen Laugen und Säuren
  • Verbindungsstücke sind Abzweige, Bögen (15 bis 90 Grad), Muffen, Reduktionsstücke, Revisionseinsätze, Siphons
  • Standarddurchmesser 40, 50, 70 und 100 mm für Sammel- und Hausfallrohre auch 150 und 200 mm
  • leicht montierbar durch steckbares Baukastensystem
  • Abdichtung vermittels Gummidichtungen und Gleitmittelmontage


Mindestanschlusswerte bei einzelnen Installationen

  • Waschbecken / Waschtische 40 mm
  • Waschmaschinen bis 6 kg Trockenwäsche 50 mm
  • Waschmaschinen bis 12 kg Trockenwäsche 70 mm
  • WC 100 mm
  • Badewannen und Duschen 50 mm


KG-Rohr

Das Kanalgrundrohr (rotbraun) wird für den Außenbereich bis 60 Grad Abwassertemperatur verwendet (Einsatz im Erdreich).


Grauwasser-Anlagen

Wasser ist einer der wichtigsten Rohstoffe weltweit und der sparsame Umgang mit dieser Ressource wird auch bei uns immer mehr zu einem wesentlichen Faktor des Umweltschutzes, aber auch der persönlichen Kostenminimierung.

Grauwasseranlagen dienen dem Auffangen des Dusch- und Badewassers, um es anschließend für die Toilettenspülung zu nutzen. Sie bestehen deshalb grundsätzlich aus dem entsprechenden Auffangbehälter, einer kleinen Pumpe sowie der elektronischen Steuerung. Sie lassen sich gut hinter Vorsatzschalen oder auch unterhalb von Badewannen unterbringen. Durch entsprechende Pegelschalter wird der Spülkasten wahlweise mit Frisch- oder dem vorhandenen Grauwasser befüllt. Die erzielbaren Einsparungen liegen je nach Dusch- oder Badefrequenz durchaus in Größenordnungen, wie sie durch moderne Mehrstufen- und Sparspülungen erzielt werden. Diese können im Übrigen zusätzlich verwendet werden.

Der hygienische Schutz des Trinkwassers ist allerdings mit Vorrang zu behandeln. In eine Trinkwasseranlage darf niemals Betriebs- oder Brauchwasser eindringen. Zur Gewährleistung dieser Grundsätze dienen die Technischen Regeln für die Trinkwasserinstallation (TRWI). Sie schreiben auch vor, dass beispielsweise niemals Personen mit Erkrankungen, die auf dem Wasserweg übertragbar sind, sowie Ausscheider diesbezüglicher Krankheitserreger an Trinkwasserinstallationen arbeiten dürfen. Vor Aufnahme der Arbeiten an Trinkwasseranlagen, insbesondere nach Tätigkeiten an Abwasseranlagen, müssen die Hände und das Werkzeug gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Arbeit an Trinkwasserleitungen sind nur durch qualifizierte Personen zulässig.

Insbesondere da, wo solche Grauwasseranlagen installiert werden sollen, kann die Nichteinhaltung dieser Vorschriften verheerende Folgen nach sich ziehen.


Armaturen

Neben der Farbe und dem Design der Sanitärkeramik sind die Armaturen wohl der Punkt bei einer Badsanierung, der den Bauherren ob der fast grenzenlosen Vielfalt das meiste Vergnügen, aber oft auch das größte Kopfzerbrechen bereitet.

Hier das Passende zu wählen heißt eben nicht nur Funktionalität, sondern Individualität. Der täglich mehrmalige Anblick soll lange Freude bereiten und die Haptik das Begreifen im wahren Wortsinne, also das Angreifen, zum immer neuen Vergnügen machen. Hinsichtlich der Material- und Verarbeitungsqualität, aber auch der Funktionalität und des Komforts muss jeder Bauherr seine eigenen Prämissen setzen.

Armaturen unterscheiden sich im Wesentlichen nach den folgenden Kriterien:

  • Art, Anbringung und Maße der Zuleitungen
  • Bediensystem (Einhandsystem, Zweihandsystem, Sensor)
  • Beschichtung (Chrom)
  • Dichtsysteme (Spindeln mit 0-Ringen, Kartuschen mit Keramikdichtungen)
  • Farbe
  • Form und Design
  • Funktionalität für den Einsatzzweck (Waschtisch, Dusche, Bidet, Wanne)
  • Grundmaterial (Stahl, Messing)
  • Siebeinsätze (Perlator, Filter)
  • Temperaturregelung (Thermostat)
  • Wartungsintervalle und -freundlichkeit
  • Wassersparfunktion
  • Zusatzelektronik (rote und blaue Leuchtdioden zur Illumination des Warm- oder Kaltwasserflusses)


Bidet

Bidets gehören mittlerweile zur Standardausrüstung in vielen deutschen Badezimmern. Sie gibt es, ähnlich wie WC, als bodenstehend oder wandhängend. Sie sind auch mit vorgefertigten Vorwandinstallationssystemen montierbar. Sie benötigen einen Kalt- und einen Warmwasserzulauf. Die Grundausstattung sind ein- oder zweihandbedienbare Mischbatterien mit Richtstrahl oder in der Bidetkeramik installierte Sprühsysteme. Die Betätigung erfolgt mittlerweile auf Wunsch auch durch thermostatgestützte Sensorsteuerungen.

Der Anschluss der Wasserablaufgarnitur erfolgt über einen Siphon zum Geruchsverschluss.

Da sie häufig paarig mit dem WC installiert werden, empfiehlt sich die Auswahl baugleicher Modelle aus optischen Gründen. Es gibt auch WC mit integrierten Bidets.


Dusche

Eine Duschanlage besteht grundsätzlich aus Duschwanne, auch Duschtasse genannt, Duschabtrennung und Armatur.

Standardduschwannen haben Abmessungen von 80 x 80, 90 x 90 oder 100 x 100 cm. Es gibt aber vielfältige Sondermaße. Die Formen reichen von quadratisch, über einstiegsseitig gerundet, drei- und fünfeckig bis zu frei geschwungen. Viele Hersteller bieten mittlerweile neben den Duschwannen aus klassischen Materialien Acryl und Emaille auch sehr hochwertige Natursteinvarianten oder aus speziellen wärmeisolierenden Mineralmischungen aus.

Aktueller Trend sind ebenerdige Duschwannen, die in den Boden eingelassen werden, oder vermittels spezieller Dichtsysteme direkt in den Estrich geformte und eingeflieste Duschflächen. Zur Wasserableitung werden dann gern auch spezielle Kanalsysteme mit eingelassen. Großflächig verdeckte Abläufe in der Farbe der Duschwanne oder der Armaturen bieten heute neben der ansprechenden Optik vor allem auch die Möglichkeit, der unkomplizierten Reinigung und Pflege.

Duschabtrennungen können unter anderem aus Acryl oder Einscheibensicherheitsglas gefertigt sein, ungerahmt, teilgerahmt oder mit Vollrahmen. Einfachere Systeme verfügen über Schiebe- oder Drehtüren. Glasabtrennungen, auch in Kombination mit architektonisch gestalteten Zwischenwänden, lassen sich auch fest verbauen und schaffen somit die Möglichkeiten der individuellen Gestaltung des Duschbereiches. Ergänzt durch Lichtsysteme zur Hinterleuchtung von Duschwänden oder zur Illumination der Brause entstehen so wahre Wohlfühlinseln.

Bei den Armaturen kommt es nicht nur auf die gute Handhabbarkeit an, sondern zunehmend spielen auch gesundheitliche Faktoren und der Aspekt der Wellness eine Rolle: Brausegarnituren mit verstellbarem Strahl, großflächige Brausetassen oder zusätzliche wandinstallierte Brausen sind nur einige Möglichkeiten.

Auch Duschen brauchen Warm- und Kaltwasserversorgung, sowie Mischbatterien. Sonderbrausen werden durch eigene Betätigungen geregelt, oder von programmierbaren Systemen elektronisch gesteuert.

Besonderer Aufmerksamkeit bedarf die Brauchwasserentsorgung, da durch die Bauhöhe der Duschtasse möglicherweise das Gefälle nicht ausreicht, um das Wasser von selbst abfließen zu lassen und auch noch einen ausreichenden Geruchsverschluss ohne spezielle Duschwanneneinsätze sicherzustellen.

Der fachlich korrekte Einbau der Duschwanne und der Duschabtrennung stellt sicher, dass später kein Sickerwasser unter den Estrich gelangt und zu Fäulnis- sowie Schimmelbildung und starke Geruchsbelastung führt.


Badewanne und Whirlpool

Das für die Dusche Gesagte gilt ebenso für die Badewanne. Die Standardversion steht auf Füßen und wird mit Wannenhaltern an den flankierenden Wänden befestigt. Die Füße werden mit Zementbatzen auf dem Rohboden fixiert. Metallwannen müssen durch einen Elektrofachmann geerdet werden. Erst nach dem das Abwassersystem auf Dichtheit geprüft wurde, darf die Wanne eingebaut werden. Dazu lassen sich spezielle Bausätze verwenden, aber auch handelsübliche Gasbetonsteine, oder mit Feuchtraumplatten zu beplankende Ständerkonstruktionen sind denkbar.

Zu prüfen ist, inwieweit eine Revisionsöffnung für spätere Wartungs- und Reparaturarbeiten vorzusehen ist. Auch wenn die unschöne "klassische" Revisionsklappe heute immer seltener vorzufinden ist, lässt sich durch Sollbruchstellen in der Ummauerung und der Befliesung der spätere Zugriff erleichtern. Statt mit Fugenzement können hier die Fliesen auch durch eine Revisionsfuge aus Silikon und eine vorherige Silikonverklebung ablösbar gestaltet werden. Im Baustoffhandel sind auch fliesbare Revisionsrahmen mit Magnethaltern erhältlich.

Badewannen gibt es aus Sanitäracryl, emailliertem Stahl, Naturstein, eckig, oval, rund, einsitzig, zweisitzig, mehrsitzig, mit Rand oder randlos, symmetrisch, asymmetrisch, mit und ohne mehr oder weniger aufwendige Kopfstützen, mit integrierten Sprudeldüsen und Beleuchtungssystemen.

Das derzeitige Non-Plus-Ultra sind großzügige freistehende Wannen, die den designerischen Mittelpunkt des Bades bilden.

Verfügt die Wanne über eine Whirlpoolfunktion oder anderweitige elektrische Anschlüsse, oder wird ein Whirlpool installiert, gelten strengste Vorschriften hinsichtlich der elektrischen Anschlüsse. Wasser als Strom leitendes Medium ist schon so manchem Leichtsinnigen zum Verhängnis geworden.

Wannenarmaturen verfügen häufig neben der Zulauffunktion über einen integrierten umschaltbaren Anschluss für eine Handbrause oder eine zusätzlich fest installierte Dusche.

Üblich ist auch die Montage einer Teilabtrennung für den Duschbereich auf den Wannenrand.

Warm- und Kaltwasser werden manchmal auch durch in der Wand verborgene Mischbatterien und meist damit verbundene Thermostate auf die Wohlfühlschwelle temperiert.


Waschmaschine

Der Waschmaschinenanschluss sollte mit Rückflussverhinderer und Rohrbelüftung ausgestattet sein, um eine Rücksaugung von Schmutzwasser in das Hausleitungssystem zu vermeiden. Es gibt auch einfache Verteiler, oder kombinierte Ventile mit Zapf- und Geräteanschluss. Wenn möglich sollte sich der Geräteanschluss im Sichtbereich befinden, und der angeschlossene Maschinenschlauch über eine elektromechanische Absperrung (Aquastopp) für den Fall eines Platzens verfügen.

Für die Ableitung des Brauchwassers bedarf es eines ausreichend dimensionierten und genügend hoch montierten Abflusses. Es gibt für Waschtische kombinierte Ab- und Überlaufgarnituren, die den zusätzlichen Anschluss von einer oder auch zwei Maschinen ermöglichen. Hier sollte aber akribisch geprüft werden, ob das Fassungsvermögen den Fördervolumen und der Auslaufhöhe der angeschlossenen Technik entspricht.


Waschbecken und Waschtisch

Selbst die einfachere Version, wandhängend an Stehbolzen befestigt, gibt es heute in hundertfach verschiedener Ausführung und das Material reicht vom Glas, über hochwertige Keramik, Natursteine fast aller Art bis hin zu neuartigen Verbundwerkstoffen.

Ähnlich wie bei Wannen und Duschwannen gibt es auch bei Waschbecken und -tischen neuartige hochfeste Glasuren oder Nano-Beschichtungen mit Abperleffekt für zugesichert viele Jahre makellosen Glanz. Die sind nicht billig, aber bei genauerem Hinsehen möglicherweise preiswert, rechnet man die eingesparten Putzzeiten und Putzmaterialien mit ein. Eine verbesserte Umweltbilanz inklusive.

Waschbecken und -tische können bodenstehend montiert werden, als Teil einer Zwischenwand oder integriert in einen Wandschrank. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Es gibt sie mit stehendem Ventil oder als reiner Ausfluss. Auch die Vielfalt und Gestaltung der Ablaufverschlusssysteme erweckt unsere Bewunderung. Die Ablauf- und Siphongarnituren sind teils in die Gestaltung einbezogen, können aber auch hinter Säulen oder in der Vorwand verschwinden.

WC

Eck- oder Nischenlösungen werden mit Ständerwänden oder vorgefertigten Installationselementen realisiert. Auch sonst erleichtern diese die Installationsarbeiten. Wandhängend oder stehend mit verdeckter Bodenbefestigung, Tief- oder Flachspüler, Standardgröße, Extra Large oder die Spezialversion fürs Minibad, Spülkasten stehend integriert, separat wandhängend oder ebenfalls in der Vorsatzschale verborgen, Druck- oder Sensorbetätigung, mit integriertem Bidet oder Grauwasseranschluss. Die Entscheidung kann sich zum tagesfüllenden Programm ausweiten.

Wichtig ist die Wahl eines qualitativ hochwertigen WC-Sitzes. Das schafft nicht nur ein wackelfreies Sitzgefühl, sondern garantiert auch gute hygienische Verhältnisse. Üblich sind heute Sitze aus Holz, Kunststoff mit und ohne Holzkern, aber auch das eine oder andere Spaßprodukt ist hier am Markt zu finden. Hier sollte man tatsächlich auch mal die Verbiegefestigkeit vor allem der Toilettenbrille prüfen und sich an die alte Binsenweisheit erinnern, dass billig kaufen teuer zu stehen kommen kann.

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(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.Badsanierung.de

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