Einleitung
Manchmal macht uns ein Besucher darauf aufmerksam: "Die Silikonkanten in euerem Bad könnten mal eine Erneuerung vertragen!" Das ist dann noch die freundlichere Art. Vielleicht hat uns aber auch eine der neuerdings beliebten Fernsehserien über die Verschönerung unseres Zuhause die Augen geöffnet. Oder wir haben mehr oder weniger zufällig eines der Hochglanzprospekte in die Hand bekommen, die von professionellen Badstudios gern als Postwurf-Werbematerial verschickt werden.
Wie auch immer. Oft genug ist es in diesem Falle tatsächlich mehr als ratsam, dem Wink des Schicksals auch zu folgen und der Lust auf Neues nachzugeben. Deutsche Bäder haben im Schnitt einiges an Jahren auf dem Buckel. Im älteren Baubestand sind zwanzig Jahre und mehr keine Seltenheiten. Schätzungsweise jedes dritte Badezimmer wartet auf seine Runderneuerung.
Der schleichende Prozess des technischen und materiellen Verschleißes, der moralischen Alterung, aber auch der Verschmutzung in unserem "Stillen Örtchen" und seinem Drumherum fällt uns selbst nämlich oftmals gar nicht ins Auge. Schließlich sehen wir uns jeden Tag, und zwar mehrmals. Unser Bad und wir.
Seine Sanitärkeramik strahlt mittlerweile den maroden Charme der frühen Jahre aus, in dumpfem Grün oder Beige, in grellem Türkis und Rosa, je nach Epoche. Die Armaturen haben längst all ihren Glanz verloren und die Drehhähne quietschen unter dem Druck des abgesetzten Wassersteins. Da, wo es stetig tropft, hat sich auch noch ein bräunlicher Wasserfleck im ohnehin unansehnlichen Waschbecken oder in der Badewanne gebildet. Die Duschtür schließt nicht mehr. Silikonkanten tragen die gräulich-bläuliche Schimmelhaut der Vergänglichkeit. Und auch WC und Bidet erzählen jedem Besucher unmissverständlich ihre Lebensgeschichte.
Sanieren oder Renovieren?
Das Bad steht also auf der Tagesordnung. Und damit die Frage Renovieren oder Sanieren? Denn Letzteres ist etwas ganz anderes, als eine einfache Schönheitsreparatur. Eine solche sollte nach dem allgemeinen Verständnis (und bei gemieteten Häusern und Wohnungen auch nach einem höchstrichterlichen Urteil) bei normalem Gebrauch eines Badezimmers etwa alle drei Jahre durchgeführt werden. Sprich, an Wänden und Decken Farben oder Tapeten erneuern, wo vorhanden, Heizkörper einschließlich der Zu- und Ablaufrohre lackieren, Türen und Türzargen sowie Fenster und eventuelle Außentüren von innen streichen. Auch das zusätzliche Erneuern der Silikonkanten kann erheblich zur verbesserten Optik beitragen, zugleich gepaart mit einem Zugewinn an Sauberkeit und Hygiene.
Wird eine einfache Renovierung unseren funktionalen, technischen oder ästhetischen Ansprüchen nicht mehr gerecht, ist es an der Zeit, sich über die weitere Vorgehensweise Gedanken zu machen.
Mieter prüft Verträge
Wer eine Wohnung oder eine größere Immobilie zur Miete bewohnt, sollte zu allererst seinen Mietvertrag zur Hand nehmen und sich die Vereinbarungen hinsichtlich der Sanitärräume näher ansehen. Erst mit der entsprechenden Klarheit über die eigenen Pflichten und Rechte kann man dann das Gespräch mit dem Vermieter suchen und ihm den Wunsch nach einer Modernisierung des Bades, des Gäste-WC etc. vortragen. Keinesfalls ist es statthaft, ohne Erlaubnis des Vermieters grundlegende bauliche Veränderungen an den Räumlichkeiten vornehmen zu lassen, oder gar in heimwerkerlicher Entschlossenheit, aber ohne die nötigen fachlichen Kenntnisse, selbst vorzunehmen.
Hier kommt es dann natürlich auch auf das eigene Verhandlungsgeschick an, in wie weit es gelingt, die eigenen Wünsche dem Vermieter plausibel zu machen. Er wird verständlicherweise über den Bedarf des derzeitigen Mieters hinaus das Interesse auch nachfolgender Bewohner im Auge haben und die mit den Bauarbeiten verbundene Nutzwertsteigerung seiner Immobilie kalkulieren. Hier wird also gegebenenfalls auch darüber zu reden sein, wie die Sanierung zu finanzieren ist: Umlage auf den monatlichen Mietzins, durch den Mieter selbst mit für den Fall des Auszuges fest vereinbarter Restwertablöse oder durch eine der beiden Seiten allein ohne jegliche Verrechnung.
Eigentümer prüft Möglichkeiten
Als Besitzer der Immobilie kann man die grundsätzlichen Entscheidungen glücklicherweise allein treffen. Grenzen setzen dabei eigentlich nur der Geldbeutel und die räumlichen Gegebenheiten. Allerdings auch die fachlichen Notwendigkeiten. Undichte Leitungen für Zu- oder Abwasser oder unprofessionell ausgeführte Heizungsinstallationen etwa verderben nicht nur die Freude am neuen Bad, sondern können zu erheblichen Folgeschäden an der gesamten Immobilie führen. Sanitärräume gehören deshalb selbst bei relativ versierten Heimwerkern eher selten zum Do-it-yourself-Programm. Ganz abgesehen, dass einige Arbeiten, wie beispielsweise Arbeiten an Trinkwasseranlagen oder Elektroinstallationen, von Laien nicht ausgeführt werden dürfen, von Gesetz wegen.
Schrecken der Erneuerung?
An Stammtischen und Kaffeetafeln kursieren allenthalben überlieferte Geschichten von Badsanierungen, die ihresgleichen suchen: Dreck, Lärm, angebohrte Rohre und über Wochen nur sehr dürftige sanitäre Behelfslösungen.
Wer bereit ist, sich eines Besseren belehren zu lassen, sollte sich für einen der modernen Handwerksbetriebe entscheiden, die die Badsanierung als Komplettlösung aus einer Hand anbieten.
Hier handelt es sich in den meisten Fällen um spezialisierte Betriebe des Sanitär- und Installationshandwerks, die mit den flankierenden Gewerken wie Trockenbauern, Fliesenlegern, Elektroinstallateuren kooperieren und die Gesamtarbeit koordinieren. Gute Betriebe bieten heute eine komplette Sanierung auch größerer Bäder schon unter zwei Wochen Dauer an. Eine saubere Baustelle inklusive und zwar täglich nach Feierabend.
Wer sich für eine Badsanierung oder eine Kompletterneuerung auch aller Zu- und Ableitungen entscheidet, sollte sich schon im Klaren darüber sein, dass eine solche Aktion nicht gänzlich ohne Beeinträchtigungen der täglichen Lebensabläufe abgehen kann. Doch die allermeisten Fachbetriebe sind heutzutage nicht nur Profis bei der Ausführung der rein fachlichen Arbeiten, sondern auch Spitze in Kundenorientierung und komplettem Service. Und am Ende entschädigt die neue Wellness-Oase den zufriedenen Kunden für die Zeit der Bauarbeiten.
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