Demontage + Abriss
Das A und O bei der Demontage und dem Abriss der alten Badezimmereinrichtung sind die Sauberkeit und die Vermeidung unnötiger Schäden oder Beeinträchtigungen.
Abkleben
Zuerst werden die übrigen Wohnräume weitestgehend gegen Verschmutzung gesichert. Folienabdeckungen und Abklebungen empfehlen sich insbesondere für den Schutz hochwertiger technischer Geräte wie LCD-Fernsehapparate, Computer, BlueRay-Player und Ähnlichem vor dem Feinstaub der unter anderem bei der Entfernung alter Fliesenbelege entsteht. Das sollte auch dann gemacht werden, wenn eine professionelle Firma mit der Badsanierung beauftragt wurde und diese ihrerseits alles unternimmt, die Staub- und Lärmbelastung in Grenzen zu halten. Ganz und gar vermeidbar wird sie nicht sein.
Eine ausreichende Größe des Bades vorausgesetzt, sowie die Möglichkeit des direkten Zu- und Abtransportes durch das Fenster oder vermittels eines Baulastenaufzuges, sind heute vielfach schon staubdichte Verklebungen der Türen zum Wohnbereich hin von der Badinnenseite her üblich.
Falls die Entsorgung von Bauschutt, alten technischen Geräten und Keramik wohnseitig erfolgen muss, sollten die zu gehenden Wege durch die Wohnräume vom Bad bis auf die Straße durch Bauplane oder Papiertrittschutzbahnen abgedeckt werden.
Bei den Demontagearbeiten gilt es Zerstörungen so weit wie möglich zu vermeiden, da sie unnötige Lärmbelastungen, Verschmutzungen und Verletzungsgefahren mit sich bringen.
Abstellen
Bevor Hand an die Geräte und Armaturen gelegt wird, sind die Zuleitungen von Strom und Wasser abzustellen. In Gäste-WC sind die Eckventile am Waschtisch und am WC-Spülkasten zu schließen. Bei vollausgestatteten Badezimmern ist zu prüfen, wie die Zuläufe von Kalt- und gegebenenfalls auch Warmwasser abgesperrt werden können. Auf jeden Fall ist sicher zu stellen, dass alle Zuleitungen drucklos sind.
Alle Stromabnehmer werden durch das Abschalten der Sicherungsautomaten oder das Entfernen der Einschraubsicherungen spannungslos gemacht. Unbedingt jeden einzelnen Verbraucher anschließend prüfen!
Abbauen
Nun kann mit dem Abbau der Accessoires und Armaturen begonnen werden. Bei Letzteren sind teils Spezialschlüssel notwendig, um Beschädigungen an den Rohrleitungen zu vermeiden. Mit auslaufenden Restmengen Wasser ist zu rechnen. Besondere Vorsicht ist bei der Demontage des WC und des Bidet geboten, da sich in vielen Modellen auf Grund der inneren, dem Geruchsverschluss dienenden Konstruktion bis zu zwei Litern Schmutzreste befinden können. Gleiches gilt für den Geruchsverschluss unter dem Waschtisch. Nach dem Abbau des Waschtisches beziehungsweise des Waschbeckens sollten auch die Stehbolzen entfernt werden, die zu seiner Befestigung dienten.
Elektrische Geräte wie Durchlauferhitzer sind auf jeden Fall von Fachleuten abzuklemmen und möglichst auch abzubauen. Entfernt werden ebenfalls Waschmaschinen, Wäschetrockner etc. und die dazu gehörigen Armaturen.
Ebenfalls eine Sache ausschließlich für Experten ist die Entfernung der alten Badewanne. Hier ist in der Regel zuerst die Umbauung einzureißen und die dann freigelegte Fußzementierung abzustemmen, ehe die Abläufe entfernt werden können. Dann wird das eventuell recht schwergewichtige Stück von mehreren kräftigen Männern aus dem Stand gehoben. Wer sich diesen Akt sparen will, kann auf eine Sanierung Wanne in Wanne zurückgreifen.
Die Duschabtrennung wird ebenfalls Stück für Stück demontiert. Der Ausbau der alten Duschtasse erfolgt im Rahmen der Estrichdemontage.
Abdichten
Mit Abdichten ist in dieser Phase das bauseitige Verschließen von Rohröffnungen durch farblich gekennzeichnete Blindstopfen (rot = warm und blau = kalt) für die Zuflussrohre und mittels passender Abdeckungen für die Ablaufrohre, um Geruchsbelästigungen möglichst zu vermeiden.
Abreißen
Jetzt wird es wohl oder übel lauter und schmutziger. Zu erneuernde Fenster und Türen kommen heraus. Mit einem hydraulischen oder elektrischen Stemmhammer werden überflüssige Zwischenwände sowie von den verbleibenden Wänden die alten Fliesen entfernt. Es sei denn, sie verschwinden hinter einer neu zu errichtenden Vorwandinstallation oder sollen überfliest werden. Atemschutzmaske, Schutzbrille und Handschuhe gehören zu selbstverständlichen Utensilien des damit Beschäftigten. Alternativ wäre auch ein Überfliesen des vorherigen Wandbelages denkbar, ausreichend Platz im Bad vorausgesetzt und eine Beibehaltung der Grundkonstellationen.
Neuere Systeme erlauben sogar ein Überputzen von Fliesen. Aber Achtung, das kann bei nicht fachgerechter Ausführung dazu führen, dass die neue Pracht sehr schnell wieder vergeht. Durchfeuchteter, bröckelnder Badputz ist nicht nur höchst unansehnlich, sondern auch aus hygienischer Warte äußerst fragwürdig.
Abschließend werden der Estrich und die alte Duschwanne herausgestemmt, sowie die bodenseitigen Dämm- und Füllstoffe entfernt.
Abfahren
Ganz abgesehen davon, dass alte Messingarmaturen eventuell als Altmetall beim Schrotthändler noch ein paar Cent bringen, ist in jedem einzelnen Punkt zu prüfen, ob es enthaltener Schadstoffe wegen spezielle Entsorgungsvorschriften gibt. Für Elektrokleingeräte gibt es meist Annahmestellen, Größeres ist als Weiße Ware zu entsorgen. Bauschutt ist kein Haushaltsmüll, sondern muss in den meisten Kommunen sortenrein kostenpflichtig entsorgt werden. Je nach Größe des Bades kann es also durchaus sinnvoll sein, einen Bauschuttcontainer zu ordern und dann von einer Fachfirma entsorgen zu lassen.
Hat man die Badsanierung als Gesamtauftrag vergeben, muss man sich selbstverständlich auch um diese Details nicht selbst kümmern.
Absichern
Vorsorgen, ehe Not am Mann ist: Gesetzt den Fall, es befindet sich keine zweite sanitäre Einrichtung im Wohnobjekt, sollte mit Nachbarn rechtzeitig vereinbart werden, dass man deren sanitäre Einrichtungen nutzen kann.
Der Profibetrieb macht, soweit dies möglich ist, das zu sanierende Bad nach Feierabend wieder provisorisch benutzbar oder stellt im Zweifelsfalle für seine Kunden ein Dixiklo in die Einfahrt.
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(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.Badsanierung.de
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